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Erlangen beim 2. HPC-Call des BMBF erfolgreich: 1,1 Millionen € für Computer-Aided Drug Design

Erlangen beim 2. HPC-Call des BMBF erfolgreich: 1,1 Millionen € für Computer-Aided Drug Design

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nach einem zweistufigen Begutachtungsverfahren das Projekt hpCADD (high-performance Computer—Aided Drug Design) mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro bewilligt. Davon gehen 1,1 Millionen Euro an ein interdisziplinäres Forscherteam aus dem Computer-Chemie-Centrum (CCC), dem Lehrstuhl für Theoretische Chemie (Prof. Zahn) und der Professur für Höchstleistungsrechnen (Prof. Wellein) / dem Regionalen Rechenzentrum Erlangen (RRZE) der Friedrich-Alexander-Universität. Ferner sind der Arbeitskreis von Prof. Kast (Theoretische Chemie, TU Dortmund) und die Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Frankfurt) an hpCADD beteiligt. Das Projekt zur Entwicklung neuer sehr genauer Methoden zur Computer-gestützten Vorhersage der biologischen und physikalischen Eigenschaften von Wirkstoff-Molekülen hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird von Prof. Clark (CCC) koordiniert. Für das Vorhaben stellt das Höchstleistungsrechnen eine Schlüsseltechnologie dar, um auch solche Rechnungen zu ermöglichen, für die herkömmliche Computer nicht ausreichen.

Computer-Aided Drug Design (CADD) wird routinemäßig in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt, um biologisch aktive Moleküle zu identifizieren und ihre pharmakologischen Eigenschaften zu optimieren ─ ohne sie vorher synthetisieren zu müssen. Ziel des hpCADD-Projektes ist die Einführung einer grundlegend neuen Generation von Rechentechniken, die erst durch die modernen hoch parallelen Computer bzw. durch die zu erwartende Leistung zukünftiger Hardware möglich ist. Zu diesem Zweck sollen in den drei Chemie-Gruppen Methoden entwickelt, die von der HPC-Gruppe des RRZE auf die besonderen Erfordernisse des Höchstleistungsrechnens angepasst werden. Die optimierten Programme sollen zeitnah in die industrielle Forschung und Entwicklung Eingang finden.

In Erlangen wird diese Initiative durch den im Jahr 2010 installierten “LiMa”-Cluster des RRZE unterstützt, der zurzeit Platz 196 in der Liste der 500 schnellsten Computer der Welt belegt.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Wellein
Regionales Rechenzentrum Erlangen (RRZE)
gerhard.wellein@rrze.uni-erlangen.de