Lange Nacht der Wissenschaften 2019: Jung und Alt auf Entdeckungstour

Zum bereits neunten Mal fand am 19.10.2019 die Lange Nacht der Wissenschaften im Städtedreieck Nürnberg, Fürth und Erlangen statt. In über 350 Einrichtungen, von Forschungsinstitutionen und Laboren über Unternehmen und Start-Ups bis hin zu Vereinen und Behörden, versammelten sich engagierte Akteure und machten die gesamte Spannbreite des wissenschaftlichen Spektrums hautnah erlebbar. (BI95, KK)

Auch das RRZE war wieder mit von der Partie und öffnete Interessierten seine Pforten. Es lud sowohl von 14 – 17 Uhr zum Kinderprogramm als auch ab 18 Uhr im Rahmen des Abendprogramms zu vielfältigen Einblicken hinter die Kulissen des IT-Dienstleisters der Friedrich-Alexander-Universität ein.

Das HPC-Valley vor dem großen Ansturm ...
Das HPC-Valley vor dem großen Ansturm
Der Weg einer Webseite - kindgerecht erklärt
Der Weg einer Webseite – kindgerecht erklärt

Beim Kinderprogramm konnten sich die „Forscher von morgen“ auf eine IT-Schnitzeljagd durch das Rechenzentrum begeben und dabei allerlei lernen. Bei Station 1 wurden anhand von Lego-Mindstorm-Robotern Grundprinzipien der Software-Programmierung auf einfache Weise veranschaulicht und von den Kindern anschließend praxisnah erprobt. Station 2 demonstrierte, welche Hardware-Bestandteile für ein funktionierendes Computersystem nötig sind und welche Aufgaben sie gemeinsam erfüllen müssen.

Ein Memory-Spiel half dabei, das gelernte Wissen zu testen. Mitmachen konnten die Kids auch bei Station 3: Hier wurde unter dem Motto „Ein Klick, viele Schritte“ der Weg nachgespielt, den eine Webseite im Hintergrund vom Aufruf im Browser bis hin zur fertigen Darstellung der Webseite auf dem heimischen Rechner gehen muss. Die Kinder staunten, wie viele Kilometer bei der ein oder anderen Webseite zusammen kamen.

Der Lego Mindstorm-Roboter ist auf der Zielgeraden

Natürlich durfte ein Einblick in die Arbeit der Höchstleistungsrechner nicht fehlen, deren enorme Rechenpower gewöhnlich hinter verschlossenen Türen geschützt wird. Auf spielerische Art und Weise konnten die Kinder bei Station 4 lernen, wie die leistungsstarken Supercomputer Forscher bei rechenintensiven Projekten unterstützen und was sie so schnell macht. Wer alle vier Stationen erfolgreich absolviert hatte, wurde mit einem kleinen Goody aus der Schatzkiste belohnt.

Jung und Alt üben gemeinsam am Rechenschieber

Auch in diesem Jahr waren beim Abendprogramm die etablierten Führungen durch das RRZE und die Demonstration der funktionsfähigen Zuse Z23 aus dem Jahr 1962 wieder wahre Publikumsmagnete. Erstmals seit 2005 demonstrierte das RRZE außerdem wieder gemeinsam mit einigen HPC-Kunden und mit Hilfe von Postern, Videos und Objekten zum Anfassen die Welt des wissenschaftlichen Hochleistungsrechnens. Im „HPC-Village“ waren faszinierende Beispiele aus so unterschiedlichen Gebieten wie der Fluiddynamik, der Gestenerkennung, der Biophysik von Membranen oder der Dynamik von Gletschern zu bestaunen.

Die HPC-Gruppe des RRZE zeigte „schweres Metall“ in Form von Prozessoren und Rechenknoten, ein „Ballerspiel“ mit realistischer Strömungssimulation und die parallele Berechnung fotorealistischer Bilder auf einem Cluster aus fünf Raspberry-Pi-Rechnern.

Ein Kontrastprogramm zum High Performance Computing bildete ein Workshop zum Rechnen mit dem Rechenschieber, einem jahrhundertealten Hilfsmittel, das mit dem Aufkommen elektronischer Taschenrechner sehr schnell verschwand. In je fünfzig Minuten konnten Besucher die Grundlagen des Umgangs mit dem „Schieber“ erlernen. Es hat sich gezeigt, dass auch heute noch eine große Faszination von einem Gerät ausgeht, das ohne Batterien und Stromanschluss das Multiplizieren, Dividieren und noch viele weit komplexere Berechnungen in hoher Geschwindigkeit ermöglicht. Alle drei Workshops waren von Interessierten aller Altersstufen sehr gut besucht.