Leitfaden zur Digitalen Barrierefreiheit: Bessere Benutzerfreundlichkeit, Suchmaschinenoptimierung und Inklusion

Im Auftrag der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Bayern entwickelten Wolfgang Wiese vom RRZE als Experte für Barrierefreiheit und der Justitiar Johannes Nehlsen von der Stabsstelle IT-Recht der staatlichen bayerischen Hochschulen und Universitäten einen Leitfaden für Barrierefreiheit. (BI95, WW)

Der Leitfaden soll Angehörigen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Bayern „Erste Hilfe“ bei der Umsetzung der Barrierefreiheit in der IT bezüglich Webangeboten und Dokumenten gewähren und wurde auch für die bayerischen staatlichen Universitäten mitverfasst. Er ergänzt und vertieft den Handlungsleitfaden für IT-Verantwortliche „Barrierefreie Software V1.0“ des Bayerischen Staatsministeriums für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Hintergründe

Aus rechtlicher Sicht leitet sich der Begriff der Barrierefreiheit aus dem Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 GG ab. Dieser garantiert Chancengleichheit und den Ausgleich bestehender Nachteile. Damit soll die Teilnahme aller am öffentlichen Leben umgesetzt werden.

Barrierefreies Webdesign zielt darauf ab, Inhalte und
Interaktionen im Netz für (möglichst) alle Nutzergruppen und Endgeräte zugänglich zu machen.

CHARLIER / RADTKE, „BARRIEREFREIES WEBDESIGN“

Anders ausgedrückt: Jedem Nutzer werden,

  • unabhängig von der jeweiligen Auffassungsgabe
  • unabhängig von der jeweiligen Methodik
  • unabhängig vom Gerät
  • unabhängig vom Betriebssystem
  • unabhängig von der Software beim Zugriff auf dieselbe Seite dieselben Inhalte angezeigt.

Die Umsetzung dieses Prinzips ist nicht allein für Menschen mit Behinderungen von Nutzen, auch neue Medien, neue Geräte und Inhaltsaggregatoren (u.a. Suchmaschinen) profitieren davon.

Besonders deutlich wird dies bei Smartphones und Tablets: Wurden noch vor zehn Jahren Webauftritte nur über Desktop-Rechner abgerufen, ist es heute längst üblich, mobile Geräte zu verwenden. Webseiten werden auf ihnen zwar nicht im selben optischen Design angezeigt wie auf einem großen Monitor, dennoch enthalten sie dieselben Inhalte. Diese sind also unabhängig vom Gerät, dessen Betriebssystem oder der Software abrufbar.

Leitfaden zur digitalen Barrierefreiheit

Der Leitfaden ist als allgemeine Handreichung zur Einführung in die Thematik der digitalen Barrierefreiheit gedacht. Eine detaillierte und stets aktualisierte Dokumentation hinsichtlich technischer, organisatorischer und inhaltlicher Umsetzung kann mit diesem Leitfaden nicht gegeben werden. Stattdessen werden die wichtigsten Handlungsempfehlungen, nach Zielgruppen und Aufgabengebieten gegliedert, aufgeführt:

  1. Bereitstellung und Pflege von Inhalten
    • für: Redakteure und Autoren von Webinhalten
  2. Entwicklung und Design
    • für: Webentwickler und Webdesigner
  3. Organisatorische und rechtliche Anforderungen
    • für: Verantwortliche Betreiber von Webauftritten, Auftraggeber, Entscheider
  4. Satzungen, Prüfungsordnungen, Dienstanweisungen
    • für: Bearbeiter aus Prüfungsämtern und Rechts- abteilungen, Verwaltungsmitarbeiter

Die einzelnen Kapitel orientieren sich im Aufbau nach den Anforderungen und Tätigkeiten der jeweiligen Zielgruppe. Daher wird auch von der Reihenfolge abgewichen, die sich durch die WCAG (englisch für „Richtlinien für barrierefreie Webinhalte“) ergibt, die besagt, dass Websites wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust angelegt werden sollen.

Zur detaillierten Umsetzung sowie zu den Hintergründen werden Links zu relevanten Webseiten und Dokumentationen angegeben, die der Vertiefung dienen. Alle Kapitel können zur Handlungsempfehlung auch getrennt voneinander weitergegeben werden.
Frei zur Beteiligung – Sharing is Caring
Der Leitfaden wurde auf Github und unter einer freien Lizenz (CC BY-NC-SA) eingestellt: Namensnennung, nicht-kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Ganz nach dem Motto „Sharing is Caring“ kann und soll der Leitfaden von vielen genutzt, übernommen und auch durch andere Autoren weiterentwickelt werden.

Frei zur Beteiligung – Sharing is Caring

Der Leitfaden wurde auf Github und unter einer freien Lizenz (CC BY-NC-SA) eingestellt: Namensnennung, nicht-kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Ganz nach dem Motto „Sharing is Caring“ kann und soll der Leitfaden von vielen genutzt, übernommen und auch durch andere Autoren weiterentwickelt werden.

Weitere Informationen

Stabsstelle IT-Recht der Bayerischen Hochschulen
www.rz.uni-wuerzburg.de/dienste/it-recht/

Handlungsleitfaden für IT-Verantwortliche
„Barrierefreie Software V1.0“
www.stmfh.bayern.de/digitalisierung/barrierefrei/

Leitfaden zur digitalen Barrierefreiheit auf GitHub
github.com/RZ-BY/Leitfaden-Barrierefreiheit

Dipl.-Inf. Wolfgang Wiese, Akad. ORat

Leiter Ausbildung & Information

Regionales Rechenzentrum Erlangen (RRZE)
Abteilung Ausbildung & Information (RRZE)