Hervorgehoben

Technischer Direktor des RRZE in den Ruhestand verabschiedet

Abschied nach 20 Jahren: Dr. Gerhard Hergenröder, der Technische Direktor des Regionalen Rechenzentrums Erlangen (RRZE), hat sich zum 31. Juli 2020 in den Ruhestand verabschiedet. Sein bisheriger Stellvertreter Dipl.-Inf. Marcel Ritter übernahm am 1. August bis auf Weiteres die kommissarische Leitung.

Am 1. Januar 2000 trat Dr. Gerhard Hergenröder seinen Dienst als Technischer Direktor des RRZE an. Die ersten Kontakte zum RRZE knüpfte er allerdings schon etliche Jahre früher, denn bereits in den 1980er-Jahren arbeitete er am RRZE als studentische Hilfskraft. In dieser Zeit fertigte er im Rahmen seines Informatikstudiums und unter Betreuung von Prof. Dr. Friedolin Hofmann zunächst seine Studien- dann seine Diplomarbeit und schließlich seine Doktorarbeit an. Parallel zu seiner Promotion zum Thema „Verteilte Systeme“ entwickelte er am RRZE ein Netzwerkmanagementsystem und trieb ab 1989 die Projektierung eines Klinikkommunikationssystems für die FAU voran. Von 1994 bis 1998 kehrte Gerhard Hergenröder dem RRZE den Rücken, um in Tübingen die Leitung des Zentrums für Informationstechnologie (ZIT) zu übernehmen. Doch sein Weg führte wieder zurück nach Erlangen, wo er von April 1998 bis zu seinem Amtsantritt am RRZE das Geschäftsfeld „Produktmanagement und Integration“ bei Siemens Health Services lenkte.

Dr. Gerhard Hergenröder, Technischer Direktor des RRZE (1.1.2000 - 31.7.2020)
Dr. Gerhard Hergenröder hat sich in den Ruhestand verabschiedet (Technischer Direktor des RRZE vom 1.1.2000 – 31.7.2020)

Im Laufe der vergangenen beiden Jahrzehnte seiner Amtszeit wandelte sich das RRZE vom reinen Rechnerbetrieb zu einem modernen Dienstleistungszentrum. „Aus den anfänglichen Großrechnern ist inzwischen eine Vielzahl von Servern mit Zehntausenden Prozessoren geworden, die untereinander vernetzt sind. Sie alle laufen praktisch ausfallsicher rund um die Uhr. Auch die Tatsache, dass 2004 die Verwaltungs-DV vom RRZE übernommen wurde und damit bestehende Synergieeffekte genutzt werden konnten, ist sicher ein Highlight. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal technologischer Art ist insbesondere auch das Identity Management, das an der FAU mittlerweile die Grundlage für alle Verwaltungsdienste und damit verbundene Prozesse bildet.“, erklärt Gerhard Hergenröder. „Als der IT-Dienstleister der FAU hat das RRZE die technologische, strukturelle und organisatorische Weiterentwicklung der Kommunikationstechnik entscheidend mitbestimmt und das hat mir als Leiter einer solchen Einrichtung immer sehr großen Spaß gemacht.“

Sein letztes halbes Jahr am RRZE hatte sich Gerhard Hergenröder zwar anders vorgestellt, trotzdem sei er sehr angetan vom äußerst produktiven Zusammenwirken seines RRZE-Teams. COVID-19 habe vor allem mehr und ungewohnte Arbeit bedeutet, die am RRZE jedoch immer zeitnah und mit dem Ziel alle Kunden bestmöglich bei der Arbeit im Homeoffice zu unterstützen, geleistet wurde. Schade findet er, dass es während des Lockdowns weniger persönlichen Kontakt gab, denn der sei enorm wichtig. Das habe die Krise noch einmal verdeutlicht.

Hergenröder sieht die Zukunft des RRZE in der Weiterführung eines stabilen IT-Betriebs, der stets im Kontext der Digitalisierung sämtlicher personen- und sachbezogener Verwaltungsprozesse steht. Als Fernziele seien der Ausbau des RRZE zum IT-Dienstleister für alle Universitäten und Hochschulen in Nordbayern und vielleicht darüber hinaus und die Errichtung eines nationalen Hochleistungsrechenzentrums mit besonders leistungsfähigen HPC-Rechnern zu betrachten.

Am meisten wird ihm im Ruhestand der tägliche Austausch mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fehlen, sagt der 64-Jährige. „Es waren über 20 produktive Jahre mit einem tollen Team.“ Was er hingegen gar nicht vermissen werde, ist die Auseinandersetzung mit Anforderungen, die vermehrt Ressourcen erfordern würden, die aber letztlich nicht verfügbar sind.

Übergabe des Chefsessels: Dipl.-Inf. Marcel Ritter übernimmt bis auf Weiteres die RRZE-Leitung
Übergabe des Chefsessels von Dr. Gerhard Hergenröder an Dipl.-Inf. Marcel Ritter.

So sehr Gerhard Hergenröder auch für „sein“ Rechenzentrum brennt, auf seinen neuen Lebensabschnitt freut er sich dennoch „unbändig“. Auf die Frage, ob er ihn ruhig angehen lassen möchte, sagt er nur: „Keine Zeit. Ich freue mich auf so viele Dinge die ich zurückgesteckt habe und jetzt wieder mit Elan aufnehmen werde.“ Dass zu seinen Lieblingsbeschäftigungen neben Motorradfahren auch Schlagzeugspielen in seiner Band gehört, ist am RRZE hinlänglich bekannt. Eine Gelegenheit zur Kostprobe des neu erarbeiteten Repertoires wird sich hoffentlich nach Corona bald ergeben.

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