Digitales Arbeiten in Zeiten von Corona

Neuland Homeoffice & Online-Lehre

Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt mehr oder weniger über Nacht grundlegend verändert. Flächendeckendes Homeoffice statt Präsenzarbeit im Büro und virtuelle Meetings anstelle von Dienstbesprechungen vor Ort – digitales Arbeiten ist zum Standard geworden und wird es vor allem über die Wintermonate noch eine Zeitlang bleiben. Wie es am RRZE gelang, den Wandel erfolgreich zu gestalten, zeigt dieser Artikel. (BI96, O. Britvin, M. Gräve, K. Kimpan, B. Reimer, D. de West)

Beschleunigte Digitalisierung

Was an der FAU bis vor einem halben Jahr undenkbar erschien, machte die Corona-Pandemie von heute auf morgen möglich: Fast alle Mitarbeiter arbeiteten während der Corona-Hochphase seit Ende März 2020 überwiegend im Homeoffice und bei Kunden- und Mitarbeitergesprächen wurde auf Zoom, MS Teams, Jitsi & Co gesetzt.

„Corona hat den Prozess der Digitalisierung massiv beschleunigt: viele Themen, die vorher jahrelang primär theoretisch diskutiert wurden, mussten aufgrund der Pandemie von heute auf morgen in die Realität umgesetzt werden. Und auch wenn der eine oder andere Digitalisierungsversuch nicht optimal verlief, so würde ich (aus IT-Sicht) doch ein sehr positives Fazit ziehen: In Corona-Zeiten zeigt sich deutlich, was Menschen erreichen können, wenn sie an einem Strang ziehen“, so Marcel Ritter, kommissarischer Leiter des RRZE. „Auch das Wintersemester 2020/21 wurde von der Universitätsleitung als hybrides Semester angekündigt, in dem sich Präsenzveranstaltungen und Online-Lehre abwechseln und ergänzen werden müssen.“

Kundenservice − digital „über Nacht“

Meist herrscht an den Service-Theken des RRZE geschäftiges Treiben und auch die Techniker erledigen ihre Arbeit gewöhnlich bei den Kunden vor Ort. Dies änderte sich mit Beginn der Corona-Maßnahmen jedoch schlagartig, denn von einem Tag auf den anderen mussten sich die IT-Betreuungszentren des RRZE auf ein komplett neues Szenario einstellen. Während zuvor der Vor-Ort-Service stark nachgefragt war, ging es jetzt darum, so schnell wie möglich viele Kunden dabei zu unterstützen, im Homeoffice arbeitsfähig zu werden. Die eigenen Büros, ausgestattet mit optimaler Infrastruktur für Installationen und Reparaturen, durften plötzlich nur noch unter strengen Auflagen betreten werden, die Computerräume (CIP-Pools) mussten geschlossen und der Betrieb an den Service-Theken auf unbedingt notwendige Einzeltermine mit vorheriger Vereinbarung beschränkt werden. Zur Herstellung der Arbeitsfähigkeit im Homeoffice wurde kurzerhand – unter Duldung des Datenschutzbeauftragten und des Gesamtpersonalrats – Microsoft Teams als Lösung für Videokonferenzen und Chats eingerichtet. Zahlreiche Arbeitsgruppen halten jetzt tägliche oder mehrmals wöchentlich stattfindende Videokonferenzen ab, um aktuell anstehende Arbeiten durchzusprechen und in Kontakt zu bleiben. Durch die Universitätsleitung wurde quasi „über Nacht“ ein Vertrag für das Videokonferenzsystem Zoom abgeschlossen, um insbesondere die Online-Lehre im laufenden Semester zu ermöglichen. Für beide Systeme mussten daher zeitnah verständliche und auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmte Anleitungen und FAQs verfasst werden, die im Laufe der vergangenen Monate weiter verfeinert wurden. In Absprache mit dem Institut für Lerninnovation (ILI) wurde festgelegt, dass sich das RRZE schwerpunktmäßig um technische Aspekte kümmert und das ILI speziell Lehrende betreut, sodass sich die beiden Anlaufstellen für FAU-Angehörige sinnvoll ergänzen.

Reibungslos Arbeiten im Homeoffice

Die Hürden zur Einrichtung eines telearbeitsfähigen Arbeitsplatzes waren von der Universitätsleitung bewusst niedrig gesetzt, um so vielen Universitätsangehörigen wie möglich Präsenzarbeit und damit ein erhöhtes Ansteckungsrisiko zu ersparen. Erklärter Wunsch der IT-Betreuungszentren war es, die Beschäftigten mit einem gut funktionierenden Homeoffice auszustatten, das die reguläre Arbeit problemlos auch von zu Hause aus erlaubt. Dafür mussten teilweise kreative technische Lösungen gefunden und Hardware beschafft werden. Allerdings hatten insbesondere Notebooks, Webcams und Headsets sehr hohe Lieferzeiten oder waren schlichtweg aufgrund der mangelhaften Verfügbarkeit preislich oft nicht zu rechtfertigen. Hier musste mitunter alles zusammengeführt werden, was an anderer Stelle irgendwie entbehrlich war. Von der Zentralen Universitätsverwaltung (ZUV) wurden zudem kurzfristig Mittel für eine Erweiterung der CITRIX-Lizenzen zugesichert, mit denen ZUV-Beschäftigte und FSV-Bucher eine sichere Arbeitsumgebung auch im Homeoffice zur Verfügung haben und Daten nicht auf privaten Geräten gespeichert werden. Für einen sicheren Zugriff vom Homeoffice auf Daten im Netzwerk der Universität wurden universitätsweit verstärkt VPN-Verbindungen eingesetzt.

Da die Kunden in der Regel Unterstützung vor Ort brauchen, machten sich die seit einigen Jahren etablierten und über Dienstvereinbarungen freigegebenen Remote-Lösungen an der FAU bezahlt. „Vor Ort“ ist in Corona-Zeiten meist „der Arbeitsplatz zu Hause“, der per Fernzugriff von den Technikern des RRZE nach Problemen wieder startklar gemacht wurde. Wo Remote-Lösungen nicht einsetzbar waren, erfolgte die Hilfestellung über Telefon oder per Videokonferenz.
Da auch die Mehrheit der RRZE-Techniker in den vergangenen Monaten im Homeoffice arbeitete, wurden auch die internen Prozesse angepasst. Turnusmäßig bis täglich stattfindende Videokonferenzen gewährleisteten im Kollegenkreis trotz größerer Distanz stets ein „Hand-in-Hand-Arbeiten“. Die nicht zu unterschätzenden zwischenmenschlichen Kontakte und die Bindung an die Arbeitsstelle, konnten so leichter aufrechterhalten werden.

Service-Theken mit Hygieneschutz

Nach der vorschriftsmäßigen Schließung der Service-Theken wurden bald Maßnahmen ergriffen, die eine Öffnung unter Einhaltung der Hygiene-Richtlinien vorbereiten sollten. Die Theken wurden mit einer maßgeschneiderten „Spuckschutz”-Verglasung und Bodenmarkierungen „aufgerüstet”. Zuerst öffnete dann die zentrale Service-Theke in der Martensstraße wieder regulär ihre Pforten zu festen Service-Zeiten.
Die telefonische Erreichbarkeit sicherzustellen war kein leichtes Unterfangen, da die Telefon-Weiterleitungen nach außen für das Universitätsklinikum reserviert sind. Daher musste das Telefon zunächst auf einen Anrufbeantworter umgeleitet werden, der automatisch Tickets im Ticketsystem OTRS erstellt und so eine verteilte Abarbeitung ermöglicht. In Nürnberg sowie in der Erlanger Innenstadt wurden regelmäßige virtuelle Meetings eingerichtet, um Studierenden und Beschäftigten eine Erreichbarkeit via Chat, Audio oder Video anzubieten. Eine regelmäßige reguläre Besetzung der Telefon-Hotline wurde dann zuerst wieder an der zentralen Service-Theke am RRZE sichergestellt.

CIP-Pools − geschlossen oder für E-Prüfungen genutzt

An reguläre Kurse oder freies Arbeiten in den Computerräumen (CIP-Pools) war monatelang erst einmal nicht zu denken. Daher wurden die Räume gleich zu Beginn der Corona-Maßnahmen geschlossen. In Absprache mit dem Sachgebiet Arbeitssicherheit wurden Mindestabstände vermessen, Tische verrückt und einzelne Arbeitsplätze gesperrt oder „verräumt“, um für eine Wiederaufnahme des Betriebs gerüstet zu sein. In Nürnberg nutzte man die Gelegenheit, ohnehin geplante Baumaßnahmen in der Langen Gasse vorzuziehen.

Für E-Prüfungen griff im Sommersemester 2020 das ILI insbesondere auf die Pools in der Innenstadt zurück. PC-Kurse, die bestimmte Software voraussetzen, konnten teilweise im Rahmen von Videokonferenzen mit Spezialversionen der Software durchgeführt werden, die von den Softwareherstellern für einen begrenzten Zeitraum verteilt wurden. Ob und wie der Betrieb in den Computerräumen im Wintersemester 2020/21 aufgenommen und aufrecht erhalten werden kann, ist zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Benutzerinformation noch unklar. Zumindest öffneten am 26.10.2020 in der Langen Gasse 20 an der WiSo in Nürnberg wieder alle Pools.

Dauerhafte Änderungen beim Kundenservice

Es ist davon auszugehen, dass das Thema Homeoffice an der FAU auch künftig eine größere Rolle spielen wird. Die letzten Monate haben gezeigt, wo die Chancen aber auch die Grenzen liegen, wenn von zu Hause aus gearbeitet wird. Bei Neuausstattungen von Arbeitsplätzen wird schon konsequent auf Notebooks gesetzt, um für einen flexiblen Arbeitsplatzwechsel vorbereitet zu sein.

Videokonferenzen bestimmen mit all ihren Vor- und Nachteilen sicher auch zukünftig den Arbeitsalltag in einem zuvor nicht bekannten Ausmaß und werden sicher auch fester Bestandteil des Arbeitsalltags bleiben. Hier sind tragfähige Entscheidungen zu treffen, welches System für welche Art von Videokonferenz geeignet ist und durch den Abschluss von Dienstvereinbarungen ist der notwendige Rahmen für einen dauerhaften Betrieb zu schaffen.
Spannend wird es sein, zu beobachten, ob sich der Trend zur digitalen Lehre auch dauerhaft bemerkbar machen und eventuell sogar die angespannte Kapazitätssituation in den Computerräumen und Hörsälen zukünftig entlasten wird.

Ongoing − Betreuung der Verwaltungsverfahren

Auch die Arbeitsgruppe Ressourcenverfahren am RRZE traf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie plötzlich und weitgehend unvorbereitet. Klar war, dass solange der Universitätsbetrieb läuft, auch die Verwaltungsverfahren weiterlaufen und aktiv betreut werden müssen.

Nachdem sich nur in den ersten Tagen des Corona-Lockdowns die meisten Kontakte zur Zentralen Universitätsverwaltung (ZUV) auf Mailverkehr beschränkten, wurde die Kommunikation sehr schnell auf Zoom oder Microsoft Teams verlagert, sodass seitdem synchrone und asynchrone Kommunikation ohne Telefon möglich ist. Der geteilte Bildschirm des Laptops ersetzt dabei das Smartboard.

Zur Aufrechterhaltung des Betriebs bewährte sich die Citrix-Infrastruktur der ZUV, die ursprünglich für die Finanz- und Sachmittelverwaltung (FSV) eingerichtet und auf andere Verfahren ausgeweitet wurde. Sie musste beispielsweise für die Aktenverwaltung LUNA geringfügig angepasst werden. Durch die rechtzeitige Beschaffung von Lizenzen gab es im Arbeitsalltag keinerlei Engpässe.

Eine echte Herausforderung war jedoch die Bereitstellung von FSV für die knapp 700 Nutzer an der FAU, die seit dem Lockdown von zu Hause aus arbeiten – zum Teil auf privaten Geräten. Dank des kurzen Dienstweges zu den IdM-Kollegen am RRZE konnte eine elegante Lösung auf Basis der Self-Service-Oberfläche realisiert werden: Zu jeder RV-Kennung kann über einen neuen Button im IdM-Portal die persönliche VPN-IP-Adresse für die Nutzung von FSV freigeschaltet werden. Die Freigabe von IP-Adressen als zweiter Faktor zur Nutzung von FSV ist seit Jahren etabliert. Mit der Neuerung kamen jetzt einige Adressen hinzu.

Allerdings war und ist der Betreuungsaufwand der Hotline aufgrund der Nutzung privater Geräte erheblich. Dies ist möglicherweise der Tatsache geschuldet, dass manche FSV-Anwender FSV ohne technisches Vorwissen und ohne Kenntnis der vom RRZE herausgegebenen Dokumentation von zu Hause aus nutzen mussten. Die Kollegen der Hotline haben es jedoch mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Ressourcenverfahren geschafft, dass die Finanz- und Sachmittelverwaltung inklusive Druckeranbindung und Dateiaustausch im Homeoffice funktionierte.

Reibungslos verlief auch die technische Begleitung bei der Einrichtung des ECM-Systems in diversen Iterationen sowie die Begleitung des Herstellers beim Bugfixing und bei der Bereitstellung neuer Module. Schließlich konnte der Lockdown der Inbetriebnahme des E-Rechnungsprozesses der FAU nichts anhaben, Entwicklungs- und Betreuungsarbeiten der Arbeitsgruppe konnten fast ungestört fortgesetzt werden.

Streamingdienste liefen 2020 auf Hochtouren

Noch vor dem eigentlichen Start des Sommersemesters verzeichnete das Multimediateam (MMZ) des Rechenzentrums eine regelrechte Aufzeichnungswelle. So wurden in knapp vier Wochen bereits 715 Videos von Transcodingservern am RRZE aufbereitet und im Videoportal bereitgestellt. Das entspricht sage und schreibe 25 Videos pro Tag in einem Zeitraum von 28 Tagen, die Wochenenden mit eingerechnet. Noch einmal doppelt so viele sind für die nahe Zukunft schon fest eingeplant. Derzeit stehen am Erlanger Südgelände sowie in der Innenstadt in 22 Hörsälen Aufnahmerechner mit Kameras zur Videoaufzeichnung bereit.

Am 1. Tag des Sommersemesters, ging es beim Streaming auch gleich heiß her – schon um 8:00 Uhr startete die Mathematik mit einem Livestream aus dem H11. Aus dem Stand wurde ein Datendurchsatz von 500-800 MBit/s erreicht –
der genutzte Wowza-Server hat das Datenvolumen ohne Murren gewuppt.

Vorlesungsaufzeichnung: Was darf‘s denn sein?

Wie im Sommersemester 2020, wird sich auch das Wintersemester 2020/21 in vielen Lehrszenarien auf digitale Lehre per Video abstützen. Hier gibt es eine Fülle an Herangehensweisen, die an der FAU in den vergangenen Monaten von den Lehrenden intensiv erprobt und umgesetzt wurden. Die vielfältigen Ergebnisse können auf dem Videoportal der FAU abgerufen werden. Um die Lehrenden bei dieser Art der digital gestützten Lehre bereits im Vorlauf des kommenden Semesters und natürlich auch während des kommenden Semesters noch intensiver unterstützen zu können, machte das Multimediazentrum der FAU bei seinen Kunden eine Bedarfsumfrage. Alle gewünschten, respektive notwendigen Kapazitäten hinsichtlich Hörsaalausstattung und Personal sollten rechtzeitig abgeschätzt werden. Bei den Planungen musste unter anderem berücksichtigt werden, inwieweit eine Veranstaltung synchron, also mit Livestream, gehalten wird, bei der Studierende mit Fragen und Feedback aktiv eingebunden sind, denn ein solches Anforderungsprofil wirkt sich erheblich auf die notwendige Hörsaal-/Medientechnik aus.

Die Bedarfsmeldungen wurden anschließend vom Multimediateam geprüft und wie sich zeigte, musste an der ein oder anderen Stelle technisch noch nachgerüstet werden. Die Lehrenden erhielten vom MMZ zur Planung ihrer Vorlesungen und Seminare ein Angebot über die auf den entsprechenden Bedarf zugeschnittenen Dienstleistungen.

Computerkurse für Studium & Beruf

Die Kursplanung des IT-Schulungszentrums für das nächste Quartal war gerade in vollem Gange, als die Nachricht von der Universitätsleitung kam, dass die Durchführung von Präsenzveranstaltungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie untersagt wird. Da zu diesem Zeitpunkt die Kurse ausschließlich als Präsenzkurse durchgeführt wurden, bedeutete dies die augenblickliche Einstellung aller bereits geplanten Kurse und die Aussetzung der Kursplanung für ungewisse Zeit.

IT-Schulungszentrum erweitert sein Angebot auf Online-Kurse

Die Kurse des IT-Schulungszentrums werden überwiegend von externen Dozenten durchgeführt, die ihren Lebensunterhalt mit den Einnahmen aus der Kurstätigkeit planen und zum Teil von ihnen abhängig sind. Deswegen findet die Kursplanung unter anderem auch mit der Intention statt Verdienstausfälle mangels Teilnehmern zu verhindern. Als schnelle und pragmatische Lösung ergab sich, dass die bestehenden Kurskonzepte in ein Online-Format umgesetzt werden und gleichzeitig das gewohnte Qualitätsniveau, das die Teilnehmer konsequent bestätigen, erhalten bleiben sollte.

Notsituation als Chance genutzt

Auch den erfahrenen Dozenten des Schulungszentrums war die Situation klar. Mit ihrer tatkräftigen Unterstützung wurden verschiedene Videokonferenztools und virtuelle Klassenzimmer begutachtet und bereits erste Testkurse online durchgeführt. Damit war die Basis für weitere Entwicklungen geschaffen, als die Universitätsleitung die Verwendung von Zoom beschloss. Das Erstellen eines Dozentenleitfadens zum Einsatz von Zoom konnte beginnen und Mitte April starteten die ersten Online-Kurse. Wichtig war die Entwicklung eines einheitlichen Rahmenkonzepts für alle Kurse. Außerdem mussten technische Lösungen zur individuellen Betreuung der Teilnehmer gefunden werden. Zoom bietet hierfür zwar Breakout-Räume an, sobald der Dozent jedoch in einem Breakout-Raum berät, ist er für die anderen Teilnehmer nicht mehr per Chat erreichbar. Abhilfe konnte geschaffen werden, indem sich der Dozent zusätzlich als „Chat-Dozent“ einloggt, der den Teilnehmern dauerhaft zur Verfügung steht.

Eine weitere Überlegung war, in welchem Format die Online-Kurs umzusetzen seien. Letztlich kristallisierten sich drei alternative Lösungen heraus.

  • Die Online-Kurse finden identisch zum Präsenzkurs als Live-Veranstaltung über Zoom statt (Online-Live).
  • Die Online-Kurse werden mit dem gleichen zeitlichen Umfang wie die Präsenzkurse bzw. Online-Live-Kurse umgesetzt, den Teilnehmern stehen aber anstelle eines Live-Vortrags Videos zur Verfügung. Die Kursleitung ist dabei durchgehend als Lernbegleitung anwesend (Online-Selbstlernen).
  • Den Teilnehmern werden lediglich die Schulungsunterlagen und Videos zur Verfügung gestellt; unabhängig vom Lernprozess der Teilnehmer werden einzelne Betreuungsstunden für Nachfragen angeboten (asynchrones Online-Selbstlernen).

Da die Online-Live-Kurse am schnellsten umzusetzen waren, machten sie den Anfang. Zuvor mussten auch hier die nötigen technischen Voraussetzungen im Online-Portal des Schulungszentrums ergänzt werden, um den anfänglich stark erhöhten Verwaltungsaufwand zu automatisieren. Personalisierte Skripte müssen nicht mehr an jeden Teilnehmer individuell verschickt werden wie zu Beginn, sondern können inzwischen eigenständig von ihnen im Kursverwaltungssystem heruntergeladen werden. Zügig konnte so fast das komplette Kursangebot als Online-Kurs angeboten und sogar noch um einen Kurs (Affinity Publisher als preiswerte Alternative zu Adobe InDesign) erweitert werden.

Allerdings brachten die Online-Kurse neue Herausforderungen mit sich: Nachdem die Teilnehmer an ihren eigenen Geräten sitzen, werden die Dozenten mit unterschiedlichsten Software-Versionen auf verschiedenen Betriebssystemen konfrontiert. Dies führt gerade bei Mac-Nutzern zu Irritatiionen, da die Kursunterlagen auf Windows-Versionen basieren. Die Dozenten stehen bei Fragen im Kurs jedoch hilfreich zur Seite. Letztlich hilft auch das Feedback der Teilnehmer stets dabei, etwaige Probleme zu beheben und die Kurse weiter zu optimieren.

Derzeit werden die Kurse des Schulungszentrums mit Unterstützung der Dozenten auf das Online-Selbstlern-Konzept umgestellt. Anleitungsvideos und ein zusätzlicher Lernleitfaden zu den Materialien stehen künftig zur Verfügung, ebenso sollen die Unterlagen in StudOn bereitgestellt werden. Ob tatsächlich der Schritt zu asynchronem Online-Selbstlernen gegangen wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt fraglich. Die bisherigen Rückmeldungen haben gezeigt, dass die Kursteilnehmer die durchgängige Anwesenheit der Dozenten befürworten. Insbesondere für asynchrones Lernen finden sich im Internet bereits zahlreiche alternative Angebote, sodass zu überlegen ist, ob tatsächlich Bedarf besteht.

Gewappnet für ein hybrides Semester

Dass das kommende Wintersemester 2020/21 ein hybrides Semester werden wird, hat bereits die Universtätsleitung anklingen lassen. Auch das Schulungszentrum wird dabei sein, sobald es die Corona-Lage zulässt. Die Teilnehmer können dann zwischen Online- und Präsenzkursen das für sie optimale Format wählen.

Technische Anpassungen im Backround

Durch die Corona-Pandemie sowie die damit verbundenen erlassenen Bestimmungen und Einschränkungen wurden auch auf technischer Seite Erweiterungen am Online-Portal des Schulungszentrums notwendig, um schnell und effektiv auf kommenden Schulungsbedarf reagieren zu können. Wie auch die Neugestaltung des Schulungsportals im vergangenen Jahr, setzte die Abteilung Entwicklung, Integration, Verfahren die Anpassungen um.

Zunächst mussten die aufgrund der neuen Bestimmungen kurzfristig abgesagten Kurse „auf Pause“ gesetzt werden. So ließ sich gewährleisten, dass die Kurse bei Wiederaufnahme des Kursbetriebs auf ein neues Datum verschoben werden konnten und die Teilnehmer dabei ihren Anspruch auf den Kursplatz behielten.

Nachdem an der FAU die Entscheidung auf Zoom als offizielles Konferenztool gefallen war, sollten die online angebotenen Kurse des Schulungszentrums auch via Zoom abgehalten werden. Um den Teilnehmern den Zugang so einfach wie möglich zu gestalten, war eine Integration von Zoom ins Schulungszentrumsportal nötig. Dadurch konnten angemeldete Kursteilnehmer mit wenigen Klicks dem Onlinekurs beitreten, ohne dass Zoom-Konferenzeinladungen umständlich einzeln per E-Mail versendet werden mussten.

Kursmaterialien, die sonst in schriftlicher Version im Schulungsraum ausgeteilt wurden, mussten den Teilnehmern nun direkt im Portal zum Download angeboten werden. Um eine unerlaubte Vervielfältigung zu verhindern, wurden die Unterlagen beim Download automatisch mit einem personalisierten Wasserzeichen versehen.

Um den Nutzungserfolg der Onlinekurse noch weiter zu optimieren, steht außerdem eine Anbindung des Schulungszentrumsportals an StudOn, die Lernplattform des Instituts für Lern-Innovation (ILI) in den Startlöchern. Wenngleich Stud-On bisher primär als Lernplattform für reguläre universitäre Lehrveranstaltungen genutzt wurde, ist die neue Anbindung auch für die Onlinekurse des Schulungszentrums eine große Bereicherung. Nicht zuletzt bietet StudOn eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Lernmaterialien in den unterschiedlichsten Formaten bereitzustellen, eine Online-Kommunikation zwischen Teilnehmern und Dozenten zu realisieren, an Übungen teilzunehmen oder eigene Kursnotizen anzulegen. Ziel war es, den Kursteilnehmern auch in außergewöhnlichen Zeiten bequemes und erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten kann das Schulungszentrum auch im Wintersemester 2020/21 mit seinen Dienstleistungen krisensicher und zukunftsorientiert zur Verfügung stehen.

Individuelle Supportstunden

Nach dem Motto „Rent a Dozent“ wurde das Repertoire des Schulungszentrums um Supportstunden erweitert: 45-Minuten-Sequenzen, in denen ein konkretes Problem mit einem erfahrenen Dozenten zu einem individuellen Termin geklärt werden kann − aktuell für die Programme Access, Excel, PowerPoint, Citavi, SPSS, Gimp, Photoshop, InDesign und Zoom.

Sie haben ein konkretes Anliegen, eine Frage, ein Problem? Dann lassen Sie sich jetzt persönlich von unseren Dozenten beraten. Für Beschäftigte der FAU kostet eine 45-minütige Beratung 35 Euro, für Studierende 14 Euro.
Um eine Supportstunde zu buchen, melden Sie sich über den Webauftritt des Schulungszentrums für Ihr Thema an. Sobald Ihre Zahlung eingegangen ist, nimmt Ihr Berater Kontakt mit Ihnen auf, um einen Termin zu vereinbaren.
Bereiten Sie gerne schon Ihre Fragen bzw. Ihre Datei vor, zu der Sie beraten werden möchten. So können Sie bei dem Online-Termin Ihre Zeit optimal nutzen und Ihre Lösung finden.